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Ryszard Kapuscinski
Erich Follath in: Stern 23. März 1995
Ryszard Kapuscinski heißt der Mann aus Warschau, der für die polnische Nachrichtenagentur PAP von all diesen Infernos der Dritten Welt berichtet hat und dabei ein geradezu seismographisches Gespür für politische Beben entwickelte. Allein in Afrika beobachtete er 27 Revolutionen, viele als einziger ausländischer, unabhängiger Zeuge. Er lernte so unterschiedliche Freiheitsheiden wie Patrice Lumumba, Che Guevara und Idi Amin persönlich kennen, doch selten hielt es ihn lange im Dunstkreis der Mächtigen. Kapuscinski sah seinen Platz immer bei den einfachen Leuten, den Opfern der großen Politik. Kapuscinski ist der Vater der modernen Kriegsreportage - und ein großer Schriftsteller. Für seine atemberaubende Mixtur aus Reportage und Poesie bewundert ihn Saiman Rushdie, wegen der magischen Eleganz seines Stils verehrt ihn John Updike.
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4. März 1932 in Pinsk in Ostpolen (heute Weißrussland) geboren.
Studium der Geschichte an der Universität Warschau mit Magisterabschluss.
1953-81 Mitgliedschaft in der der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei.
1956 Beginn der Mitarbeit an der Jugendzeitung Sztandar Mlodych.
1956-57 Asienreise; Berichterstattung aus China.
1957 Mitarbeit bei der Polnischen Nachrichtenagentur (PAP).
1958 ausgezeichnet mit dem Goldenen Verdienstorden Polens.
1958-61 Mitarbeit in der Redaktion der polnischen Wochenzeitung Polityka (Pendant zum dt. Spiegel).
1959 ausgezeichnet mit dem poln. Literaturpreis Julian Brun-Preis.
1962 Busz po polsku. Historie przygodne. (Der polnische Busch. Unvorhergesehene Geschichten) Warsaw: Czytelnik; Literarische Reportagen [1].
1962-67 Auslandkorrespondent der Polnischen Nachrichtenagentur in Afrika (PAP).
1963 Czarne gwiazdy. (Schwarze Sterne) Warsaw: Czytelnik. Literarische Reportagen [1]).
1967 Monate dauernde Reisen durch die damalige Sowjetunion.
Verleihung des Preises des polnischen Ministeriums für Kunst und Kultur III. Klasse.
1967-72 Auslandkorrespondent der Polnischen Nachrichtenagentur PAP in Lateinamerika.
1968 Kirgiz schodzi z konia. (Der Kirgise steigt vom Pferd) Warsaw: Czytelnik, 1968. Literarische
Reportagen [1]).
1969 Gdyby cala Afryka... (Wenn ganz Afrika...) Warsaw: Czytelnik, 1968. Literarische Reportagen [1]).
Silberner Globus-Preis.
1970 Dlaczego zginal Karl von Spreti (Warum ist Karl von Spreti ums Leben gekommen) Warsaw: Ksiazka i Wiedza. Publizistische Skizze.
1972-80 Reisen durch Afrika, Asien, Lateinamerika, Fachberater des polnischen Monatsmagazins Kontynenty.
1973-81 Mitarbeit bei der polnischen Wochenzeitung Kultura.
1974 Gastprofessur in Bangalore, Indien; Verleihung des Ritterkreuzes des Erneuerten Polens.
1975 Chrystus z karabinem na ramieniu. Warsaw: Czytelnik (Christus mit einem Gewehr auf der Schulter). Literarische Reportagen;
Boleslaw Prus-Preis, bedeutender polnischer Literaturpreis, benannt nach einem der ganz großen polnischen Romanciers des 19. Jh's.;
Preis der angesehensten polnischen Monatsschrift für Literatur Miesiecznik Literacki.
1976 Jeszcze dzien zycia. Warsaw: Czytelnik, Literarische Reportagen (engl: Another Day of Life,
1987; dt: Wieder ein Tag Leben. Innenansichten eines Bürgerkriegs, Frankfurt/M. Eichborn
1994). Über den angolanischen Bürgerkrieg. Preis der Internationalen Journalisten-Organisation, Helsinki. Polnischer Staatspreis II. Klasse.
1978 Cesarz. Warsaw: Czytelnik, (engl. The Emperor, 1983; dt: König der Könige. Eine Parabel der Macht, Köln Kiepenheuer & Witsch 1984) Reportage über den Fall des allmächtigen äthiopischen Kaisers Haile Selassi.
Mit diesem Buch erlangte R.K. endgültig internationale Reputation.- "Drei Jahre später, Solidarnosc war verboten und das Kriegsrecht proklamiert, dechiffrierten Autoren der polnischen Untergrundpresse den Cesarz als Abrechnung mit dem polnischen Kommunismus" (taz v. 16.02.94).
Wojna Futbolowa. Warsaw: Czytelnik, 1978. (engl: The Soccer War; dt: Der Fußballkrieg. Berichte aus der Dritten Welt, Frankfurt/M. Eichborn 1990) - Neben Afrika bilden auch Asien u. Lateinamerika den Hintergrund für diese Reportagen.
Preis der polnischen Wochenzeitung Kultura.
1979 Gastprofessur in Caracas, Venezuela; Verleihung des Preises des polnischen Journalisten-Verbandes.
1980 Verleihung des Ehrenpreises des Kulturklubs Kuznica.
1981 Stellvertretender Vorsitz. des Komitees Polen 2000 bei der Polnischen Akademie der Wissenschaften.
1981 Mitarbeit bei der Zeitschrift New Perspectives Quarterly in Los Angeles [2].
1982 Szachinszach. Warsaw: Czytelnik, 1982.(engl: Shah of Shahs; dt: Schah-in-schah. Eine Reportage über die Mechanismen der Macht, der Revolution und des Fundamentalismus, Köln, Kiepenheuer & Witsch, 1986).
1983 Zaproszenie do Gruzji (Eine Einladung nach Georgien, zusammen mit W. Kubicki's Slodkie morze Bajkal). Warsaw: MAW, 1983.
1986 Notes Gedichte. Warsaw: Czytelnik, 1986.
1988 Gastprofessur in Philadelphia; Aufnahme in den polnischen PEN-Club.
1989 Eintritt in die polnische Schriftstellervereinigung; Ksawery Pruszynski-Preis, poln. Literaturpreis.
1989-92 mehrere Reisen durch die damals in Auflösung begriffene Sowjetunion und anschließend durch Süd- und Ostafrika.
1990 Lapidarium. Warsaw: Czytelnik, 1990. Epische Aufzeichnungen aus den Jahren 1972-1989 (dt: Lapidarium, Frankfurt/M.Eichborn 1992).
1991 Mitgliedschaft im Vorstand des polnischen PEN-Clubs.
1993 Imperium. Warsaw: Czytelnik, 1993. Literarische Reportagen.(dt: Imperium. Sowjetische Streifzüge,
Frankfurt/M. Eichborn 1993), Bestandsaufnahme und pessimistische Prognose über die Zukunft des
ehemaligen Imperiums; Mitgliedschaft in der Academia Scientiarium et Artium Europea, Salzburg; Mitgliedschaft im polnischen Kulturrat.
1994 ausgezeichnet mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung.
1994-95 Deutschlandaufenthalt als Stipendiat von DAAD.
1995 Lapidarium II. Warsaw: Czytelnik, 1995. Epische Aufzeichnungen aus den Jahren 1989-1995. Reise durch Westafrika. Verleihung des Literaturpreises Prix de l'Astrolab, Frankreich. Verleihung des Preises der A. Jurzykowski-Stiftung, USA.
1996 ausgezeichnet mit dem Preis des polnischen PEN-Clubs.Verleihung des Preises der Turzanski-Stiftung, Kanada.
1997 Lapidarium III. Warsaw: Czytelnik. Epische Aufzeichnungen. Preis der polnischen Kulturzeitschrift Odra.
1998 Heban. Warsaw: Czytelnik (eng. The Shadow of the Sun, dt. Afrikanisches Fieber. Erfahrungen aus vierzig Jahren, Frankfurt/M., Eichborn 1999). Literarische Reportagen.
1999 Die Welt im Notizbuch, Literarische Reportagen (Lapidarium II + III) "Die Welt im Notizbuch ist in erster Linie nicht Beschreibung und Analyse der Fremde, nicht Reportage, sondern Introspektion, also Selbsterforschung und Reflexion alltäglicher Verläufe in der Fremde, verfasst in Form von Tagebuchsplittern und Fragmenten..." (Hans-Jürgen Heinrichs in der FR v. 1.03.2001).
Hanseatischer Goethe-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung in Hamburg.
Ausgezeichnet als Polnischer Journalist des Jahrhunderts, Wahl durch die polnische Fachzeitschrift Press.
Ausgezeichnet mit dem Linde-Literatur-Preis, gemeinsam mit Christa Wolf.
2000 Z Afryki Fotoband. Bielsko-Biala: Buffi. "Der Bildband AUS AFRIKA ist, ähnlich wie HEBAN
(AfrikanischesFieber), sein persönliches Porträt von Afrika". (Adam Mickiewicz Institut, Zentrum für Internationale Kulturelle Zusammenarbeit). Lapidarium IV, Warsaw: Czytelnik Literarische Reportagen.
Die Erde ist ein gewalttätiges Paradies, Reportagen, Essays, Interviews aus vierzig Jahren, Berlin (Eichborn). Auswahl aus dem Gesamtwerk.
Premio Viaregg, ital. Literaturpreis.
Medien und Dritte Welt, Epilog zu Understanding Media, Ein Sampler zur Geschichte der Medienreflexion v. Andreas Mertin.
16. März 2001 Das organisierte Böse, Essay in Le Monde diplomatique [3].
27. Juli 2001 At play in the bush of ghosts. Tropical baroque, African reality and the work of Ryszard Kapuscinski, Kritische Anmerkungen zum Werk von R.K. von John Ryle[4].
28. Februar 2002 Prix Tropiques 2001 für Heban (Afrikanisches Fieber) durch die französische Entwicklungsagentur l'Agence française de développement.
4. März 2002 R. K. wird 70 Jahre alt.
2002 Lapidarium V, Warsaw: Czytelnik.
18. Januar 2003 Überreichung eines der bedeutendsten italienischen Literaturpreise, des Premio Grinzane Cavour in Turin.
Premio Principe de Asturias 2003, Communicación y Humanidades (Prinz von Asturien-Preis für Kommunikation und Humanität).
Ausgezeichnet mit dem Deutschen Hörbuch Preis 2003: Für "Beste Information: »König der Könige« von Ryszard Kapuscinski. Die Auszeichnung erhalten Bearbeiterin Gabriele Neumann und Regisseur Hans Drawe".
2004 Bruno Kreisky-Preis für das politische Buch für sein Gesamtwerk, gemeinsam mit Alison Des Forges für das Buch Kein Zeuge darf überleben - Der Genozid in Ruanda

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