Pokusa e.V.

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Grafiken von Prof. Piotr Szurek

21. 09. - 03. 11. 2018

Ausstellungsdauer: 21. 09. - 03. 11. 2018

Beachten Sie bitte unsere Öffnungszeiten:
Fr. 17:30 - 19:30 Uhr
Sa. 15:00 - 17:00 Uhr und nach Vereinbarung unter 0611 844733.

Teilnahme an Tatorte Kunst am 28.10.2018

Piotr Szurek absolvierte 1987 die Art-Universität in Posen. Seit mehreren Jahren Professur für Grafik im Atelier der Metalltechniken an dieser Hochschule. Ebenso Professor für Visuelle Grafik an der Kunst-Fakultät der Universität in Grünberg. Er beschäftigt sich mit Grafik, Zeichnung und Malerei. Seine Arbeiten präsentierte er in vielen Einzelausstellungen u.a. in Posen, Paris, Luxemburg, Brüssel, Nancy, Longwy, Charkov, Wiesbaden, Ho Chi Minh City und bei zahlreichen Gruppenausstellungen in Polen und im Ausland. Mehrere Preise und Auszeichnungen.

Seine Arbeiten befinden sich in mehreren städtischen und Privatsammlungen u.a. Bibliothèque Nationale Paris, Civic Museum in Cremon/Italien, Kaliningrad State Gallery/Russland, in mehreren Nationalmuseen in Polen u.a. in Krakau, Stettin, Städtisches Museum in Majdanek und Museum Grünberg.

Piotr Szureks Gesichter
"Das Gesicht in den monochromen, schwarz-weißen Selbstporträts von Piotr Szurek wird zur individuellen Maske, die das über-materielle Ausmaß unserer Existenz begreiflich machen soll. Dem tiefgründigen Auge des Künstler kann beinah jedes Fragment des Körpers zu einem inspirierenden Mikrokosmos werden, aber das Gesicht bedeutet etwas anderes: Fast jede Kultur konzentriert darin Vorstellungen über die Gesellschaft. Banal ausgedrückt ist das Gesicht wie eine Bühne, auf der die gesellschaftlichen Rollen gespielt werden. Das vom Besitzer abgetrennte Bildnis seines Gesichts beginnt ein eigenes Leben zu leben und, ähnlich einer Maske, verbirgt es mehr als etwas offen zu legen. Eine Maske ist ein personalisiertes Gesicht in einer überzeitlichen Dimension, eine anthropologische Darstellung dessen, was zu existieren scheint, was wir aber nicht sehen und hören können.
Piotr Szurek "friert" fast nie affektierte Grimassen ein und kokettiert nicht mit dem Betrachter. Der Kopf wird als ein Klumpen in Bewegung dargestellt, und nur die auf uns schauenden Augen stoppen die Expansion der Form auf der Fläche des Papiers. Eine Besonderheit der Selbstporträts von Piotr Szurek ist ein "autodestruktives" Wirken. Der Künstler verwischt quasi sein eigenes Bildnis, um es anschließend erneut zu enthüllen. Diese Dynamik hat etwas von einer obsessiven Dringlichkeit und ihre Quelle sehe ich in der Unmöglichkeit einer Überwindung der Barriere zwischen der schöpferischen Intention und der Beschränkung durch die Form, die aus der fundamentalen Verbindung von Materie und Transzendenz beim Menschen hervorgeht. In diesem Sinne kämpft Piotr Szurek mit eigenen Widersprüchen und Paradoxien, deren Ausmaß den Künstler der Gegenwart in einem gewissen Maß aus dem Kulturkreis ausschließt. Der Schöpfer wirft freiwillig das Paradies traditioneller Ordnung weg und entwirft immer wieder aufs Neue eine eigene Welt. Das Weiße des Papiers scheint für Piotr Szurek der Anfang und das Ende von Allem, dagegen entfaltet der Künstler seine schöpferische Energie.
Das Gesicht, die Bildnis-Maske, hat in Piotr Szureks Arbeiten keine autobiografischen Bezugspunkte. Es lohnt sich, auf die Werke des Künstlers wie auf einen Einschluss in Bernstein zu schauen - eine Störung in der normalen Ordnung der Materie, die andauert, unabhängig vom Vergehen der Zeit."
Jaroslaw Lukasik

Ausstellungen von Piotr Szurek
in der Galerie Pokusa

» 28.04. - 16.06.2006: Ruhe-Bewegung «
» 07.05. - 05.06.2010: Autoportrait «

Piotr Szurek
2012

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2015

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